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14.01.2022

Trotz Pandemie: Neuer Staurekord im Jahr 2021

(Region) - Seit 2014 legt die „Initiative B30“ jährlich eine Auswertung der Verkehrsstaus auf der Bundesstraße 30 vor. Das Ergebnis der Auswertung der rund 41.300 Verkehrsmeldungen im Jahr 2021 liegt seit dieser Woche vor.
 
Demnach wurden im Jahr 2021 auf der B 30 von Ulm bis Friedrichshafen 4.939 Verkehrsstaus gezählt - die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Staulänge summierte sich auf rund 7.660 km und damit ebenfalls dem bisher höchsten Wert. Auto- und Lkw-Fahrer verbrachten rund 2.490 Stunden im Stau. Mehr Staustunden wurden jedoch in den Jahren 2017 bis 2019 gezählt. Die Umweltbelastung durch staubedingte Emissionen betrug rund 386 Tonnen. Das sind 133 Tonnen mehr, als im Jahr 2020.

 

Stauschwerpunkte
Am häufigsten staute sich der Verkehr 2021 im Stadtgebiet von Friedrichshafen (1.202 Staus, 751 Stau-km, 296 Stau-Stunden), bei Gaisbeuren und Enzisreute (694 Staus, 1.803 km, 372 Stunden) sowie von Lochbrücke bis Friedrichshafen (632 Staus, 684 km, 240 Stunden).
 
Bei der Gemeinde Meckenbeuren ist darauf hinzuweisen, dass im Juli und August 2021 die B 30 von Lochbrücke bis Meckenbeuren wegen Bauarbeiten gesperrt war. Dort konnten in diesem Zeitraum keine Staus gezählt werden.
 
Am stauanfälligsten waren die Streckenabschnitte: Bad Waldsee bis Baindt (35,3% der Stau-Kilometer), Lochbrücke bis Friedrichshafen einschließlich des Stadtgebiets Friedrichshafen (17,5%) und Ulm bis Dellmensingen (17,2%).
 
Während von Ulm bis Dellmensingen Baustellen meist zu Staus führten, lagen die Hauptursachen von Bad Waldsee bis Baindt in hohem Verkehrsaufkommen (34,5%), Baustellen (26,3%) und Umleitungen (20,3 %). Von Lochbrücke bis Friedrichshafen war hohes Verkehrsaufkommen die Hauptursache.

 

Werktage besonders betroffen
Die meisten Staus wurden an Werktagen von 7.30 - 8.15 Uhr und 14.55 - 18.00 Uhr gezählt - an Samstagen, Sonn- und Feiertagen hingegen nur wenige. Stauursachen waren vor allem hohes Verkehrsaufkommen (56,4%) und Baustellen (27,1%). Weitere Ursachen waren Umleitungen (4,5%) und Unfälle (4,2%).
 
Auffällig sind im Jahr 2021 Verkehrsstaus durch Witterungsereignisse, mit einem Anteil von 6,5 Prozent. Zum einen kam es im Winter und Spätherbst zu starken Schneefällen, andererseits im Sommer zu Starkregen. So war die B 30 teils mehrfach bei Biberach, Ummendorf, Hochdorf und Schellenberg überflutet.

 

Staus im Jahresverlauf
Die meisten Staus gab es im Oktober, die wenigsten im Februar. Es entfielen coronabedingt große Messen sowie zahlreiche Feste, Feiern und verkaufsoffene Sonntage. Die weitreichenden Kontaktbeschränkungen in der Pandemie verursachten starke monatliche Schwankungen.

 

Umweltbelastung
Die staubedingte Umweltbelastung wurde erstmals mit der Auswertung für das Jahr 2020 ermittelt. Es entstanden rund 253 Tonnen Umweltschadstoffe: 1 kg Feinstaub (PM), 252.283 kg Kohlenstoffdioxid (CO2), 143 kg Kohlenstoffmonoxid (CO), 16 kg Kohlenwasserstoffe (HC), 1 kg Schwefeldioxid (SO2) und 297 kg Stickstoffoxide (NOx).
 
2021 waren es nun rund 386 Tonnen: 1,4 kg Feinstaub (PM), 384.989 kg Kohlenstoffdioxid (CO2), 226 kg Kohlenmonoxid (CO), 23 kg Kohlenwasserstoffe (HC), 1,8 kg Schwefeldioxid (SO2) und 493 kg Stickstoffoxide (NOx).
 
Berücksichtigt wurden in dieser Auswertung u.a. Änderungen im Verkehrsaufkommen, der Verkehrsstruktur und der Antriebsarten im Fahrzeugbestand. Die infrastrukturellen, betrieblichen und physikalischen Parameter, wie Ausbaustand, Streckenlänge, Lage, Längsneigung und zulässige Höchstgeschwindigkeit sowie Annahmen zur Fahrphysik und Aerodynamik blieben dagegen gleich.
 

Übersichtskarte
 

Diagramm Übersicht Staubereiche
 

Diagramm Übersicht Stauverteilung und Ursachen
 

Übersicht Stauwahrscheinlichkeit
 

Entwicklung der Anzahl der Verkehrsstaus
 

Entwicklung der Staulängen
 

Entwicklung der Staustunden
 


 




Zeit zu handeln

Im ländlichen Raum fordern Bewohnerinnen und Bewohner eine respektvolle und ernste Verkehrspolitik. Eine Ungleichbehandlung gegenüber Städten muss abgebaut werden.

Im Ländlichen Raum orientiert sich eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik am tatsächlichen Bedarf. Staus und Unfallschwerpunkte müssen beseitigt werden.

Die Ungleichbehandlung zwischen Ost und West, Nord und Süd, Stadt und Land, Autobahn und Bundesstraße muss beendet werden.

Zukunft fördern

Die „Initiative B30“ setzt sich für nachhaltige Verbesserungen an der Bundesstraße 30 von Baindt bis Biberach an der Riß in Oberschwaben ein. Unser Ziel: Eine sichere, leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur, die Mobilität und Lebensqualität stärkt, Städte und Wirtschaftsstandorte verbindet und die Region nach vorne bringt.

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