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14.01.2019

Neue Lärmkarten vorgestellt

(Stuttgart / Bad Waldsee) - Die Zahl der von Lärm betroffenen Menschen in Baden-Württemberg geht zurück. Das zeigen die von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) nun im Internet veröffentlichten neuen Lärmkarten für die Hauptverkehrsstraßen des Landes. Außerhalb der Ballungsgebiete ist die Zahl der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren um rund 100.000 Menschen gesunken, das entspreche 20 Prozent. Verglichen wurden die Jahre 2017 und 2012. Gründe hierfür seien sowohl Maßnahmen zum Lärmschutz als auch eine verbesserte Datengrundlage für die Lärmkartierung in manchen Gebieten. Das berichtete am Montag das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

 
Immer noch 105.000 Betroffene
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) freute sich über diese Ergebnisse: "Wir haben in den vergangenen Jahren lärmmindernde Fahrbahnbeläge in Ortsdurchfahrten oder Tempo 30 ermöglicht. So konnten die höchstbelasteten Anwohnerinnen und Anwohner vor Verkehrslärm besser geschützt werden. "War bei der Lärmkartierung 2012 noch ein Drittel der Lärmbelasteten oberhalb von 55 dB(A) nachts von sehr hohen Pegeln über 60 dB(A) betroffen, wurde dieser Anteil laut der aktuellen Kartierung auf ein Viertel gesenkt. Doch landesweit sind an Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Ballungsräume immer noch etwa 105.000 Menschen von gesundheitsrelevanten Lärmbelastungen mit nächtlichen Lärmpegeln von mehr als 55 dB(A) betroffen.

 
Karten und Statistische Daten im Internet veröffentlicht
Die Lärmkarten sind für die Lärmaktionsplanung der Städte und Gemeinden eine wichtige Grundlage. Die Kommunen müssen laut EU-Recht auf ihrer Basis Lärmaktionspläne erstellen. Sie können nun prüfen, wo sie gegebenenfalls ihre Lärmaktionsplanung aufgrund von neuen Gegebenheiten anpassen können, sagte Eva Bell, Präsidentin der LUBW. Die aktuellen Lärmkarten stehen über die Webseite der LUBW allen Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Bereitgestellt werden auch statistische Daten. Die Webadresse lautet: www.lubw.de/laerm-und-erschuetterungen/laermkarten.

 
Stichprobenartiger Vergleich
Ein erster stichprobenartiger Vergleich für Bad Waldsee ergab auf den ersten Blick ebenfalls eine deutliche Abnahme der Lärmbetroffenen im Gemeindegebiet: 2017 wurden 878 lärmbelastete Einwohner über den ganzen Tag und 531 in der Nacht gezählt. 2012 waren es ganztags noch 1.449 Einwohner und 813 in der Nacht.

 
Jedoch fehlen in der Kartierung 2017 in der Kernstadt Bad Waldsee die Aulendorfer-, Biberacher-, Muschgay- und Wurzacher-Straße. Dort wurden die lärmbetroffenen Einwohner im Gegensatz zu 2012 nicht gezählt. Im Reute fehlt zudem die Kammermoosstraße (L 285). Auch sind im Ortsbereich Gaisbeuren seit 2012 neu entstandene Wohngebäude am Zettelbach nicht berücksichtigt. Eine belastbare Aussage ob die Lärmbetroffenheit seit 2012 abgenommen hat, ist somit nicht möglich.

 
Kartiert wurde 2017 im Gemeindegebiet Bad Waldsee die Bundesstraße 30 mit den Orten Enzisreute, Gaisbeuren, Heurenbach, Unterurbach, Mattenhaus, Schellenberg und Englerts sowie in der Kernstadt Bad Waldsee die Frauenberg-, Bleiche- und Friedhofstraße.

 
Der Vergleich zeigt, dass sich ein genauer Blick auf die Zahlen lohnt.