Unfälle
Die B 30 ist eine Bundesstraße mit einer Spezialisierung auf schwerwiegende Verkehrsunfälle. Langfristig im Zeitraum von 2006 bis 2024 betrachtet, ereignen sich zwar weniger Unfälle mit Personenschaden, als im Bundes- (-25,9%) und Landesdurchschnitt (-34,7%). Auch die Anzahl der Verunglückten (-20,6% und -30,8%), Schwer- (-4,2% und -17,1%) und Leichtverletzten (-25,3% und -34,8%) ist unterdurchschnittlich. Dagegen ist die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer deutlich überdurchschnittlich. Im Durchschnitt verunglücken auf der B 30 etwa 67,5% mehr Verkehrsteilnehmer tödlich, als auf anderen Bundesstraßen in Deutschland und rund 35,5% in Baden-Württemberg. Die häufigste Unfallart von Unfällen mit Todesfolge ist ein Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr.
Ursächlich für dieses statistische Ergebnis sind die nicht voll ausgebauten Streckenabschnitte. Die B 30 zeichnet sich gegenüber anderen Bundesstraßen dadurch aus, dass sie in den vollständig ausgebauten Streckenabschnitten insgesamt deutlich sicherer ist, während es in den nicht ausgebauten Abschnitten zu teils deutlich höheren Personenschäden kommt. Dabei zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Etwa 10-15% aller Unfälle ereignen sich auf dem voll ausgebauten Abschnitt zwischen Ulm und Biberach. Dagegen entfallen etwa 85-90% der Unfälle auf den übrigen Abschnitt von Biberach bis Friedrichshafen. Allein auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis entfallen rund 80-85% aller Unfälle. Insgesamt mildern die ausgebauten Streckenabschnitte die Unfallstatistik für die B 30 im bundesweiten und landesweiten Vergleich spürbar ab.
Am häufigsten verunglücken Menschen auf der B 30 schwer oder tödlich bei Enzisreute, Gaisbeuren, Appendorf und Dellmensingen.
Wir veröffentlichen im „B30 Insider“ jährlich eine Auswertung nach Unfallschwerpunkte und Unfallhäufungslinien anhand von 3-Jahreskarten. Diese Auswertung erfolgt nach den bundesweit anerkannten Richtlinien. Dabei gehen jedoch dauerhafte Sicherheitsdefizite nach Ortsbereich unter. Da eine Langfristbetrachtung über mehrere Jahrzehnte auf Dauer ebenfalls ungenau sein kann, wird experimentell an einer 10-Jahreskarte gearbeitet.
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