Probleme morgen

Bevölkerungsentwicklung
Noch vor rund zehn bis fünfzehn Jahren wurde vielfach von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang in Deutschland ausgegangen. Oberschwaben zählte bereits damals zu den wenigen Regionen mit anhaltendem Bevölkerungswachstum und galt zudem als attraktives Zuwanderungsgebiet. Mehrere frühere Bevölkerungsvorausberechnungen gingen bis etwa 2025 von weiterem Wachstum aus, dem anschließend eine Phase der Stagnation folgen sollte.

Aus heutiger Sicht haben sich diese Annahmen als überholt erwiesen. Die Bevölkerung Deutschlands ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen und erreichte zeitweise neue Höchststände. Aktuelle Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen jedoch eine deutlich breitere Spannweite möglicher Entwicklungen bis zum Jahr 2070: Je nach Annahmen zur Zuwanderung könnte die Gesamtbevölkerung auf etwa 68,7 Millionen zurückgehen oder bis auf rund 80,7 Millionen ansteigen. Gleichzeitig wird sich die Altersstruktur erheblich verändern. Die Zahl der 20- bis 66-Jährigen wird bis 2070 auf etwa 37,1 bis 45,3 Millionen sinken, während die Gruppe der 67-Jährigen und Älteren auf rund 20,1 bis 21,8 Millionen anwachsen dürfte.

Bevölkerungsvorausberechnungen liefern dabei keine Prognosen, sondern sogenannte „Wenn-Dann-Szenarien“. Sie zeigen auf, wie sich Bevölkerungszahl und -struktur unter bestimmten Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Wanderungsbewegungen entwickeln könnten. Da unvorhersehbare Ereignisse und neue Trends nicht zuverlässig abgebildet werden können, werden diese Berechnungen regelmäßig aktualisiert und durch einen wissenschaftlichen Expertenkreis begleitet.

Für Baden-Württemberg bestätigt eine neue Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes (Mitteilung vom 4. Februar 2025) grundsätzlich einen langfristigen Wachstumspfad. Ausgangspunkt sind die Bevölkerungszahlen zum 31.12.2023 auf Basis des Zensus 2022. Nach der sogenannten Hauptvariante könnte die Einwohnerzahl des Landes bis 2060 um rund 570.000 auf etwa 11,80 Millionen ansteigen. Trotz eines zunehmenden Geburtendefizits würde ein anhaltender Wanderungsgewinn diesen Effekt überkompensieren.

Aufgrund bestehender Unsicherheiten wurden zusätzlich eine Untere und eine Obere Variante berechnet. Während nach der Unteren Variante ab etwa 2038 ein Bevölkerungsrückgang möglich wäre, ergäbe sich nach der Oberen Variante bis 2060 ein Anstieg auf rund 12,49 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Zwischenjahre ergeben sich Bandbreiten von etwa 11,34 bis 11,88 Millionen im Jahr 2040, 11,26 bis 12,21 Millionen im Jahr 2050 sowie 11,12 bis 12,49 Millionen im Jahr 2060.

Vor diesem Hintergrund ist auch für Oberschwaben nicht von einem Bevölkerungsrückgang auszugehen. Vielmehr spricht vieles für eine stabile bis weiter wachsende Bevölkerungsentwicklung. Mit einer Zunahme der Bevölkerung ist zugleich ein Anstieg des Personen- und Güterverkehrs zu erwarten.

Annahmen zur Verkehrszunahme und ihre bisherige Entwicklung
Durch den absehbaren Ausbau des umliegenden Straßennetzes in der Region ist weiterhin sowohl mit induziertem Verkehr als auch mit einer zusätzlichen Verlagerung von Schwerverkehr auf die B 30 zu rechnen.

Die Verkehrsstudie Ost des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben weist auf großräumige Verkehrsverlagerungen von der A 96 auf die B 30 zwischen Ulm und Friedrichshafen hin – insbesondere mit jedem weiteren Ausbau der B 30 südlich von Ravensburg. Mit der Fertigstellung der großen Ortsumgehung Ravensburg im Jahr 2019 wurde daher ein zusätzlicher Verkehrszuwachs auf dem Abschnitt zwischen Baindt und Biberach an der Riß erwartet. Aufgrund der COVID-19-Pandemie ließ sich dieser Effekt bis zum Jahr 2023 jedoch noch nicht belastbar nachweisen. Erst künftige Verkehrszählungen werden eine verlässliche Bewertung ermöglichen.

Die Elektrifizierung der Südbahn wurde im Jahr 2021 abgeschlossen. Frühere Annahmen gingen davon aus, dass mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Ulm – Friedrichshafen – Lindau eine deutliche Entlastung der B 30 eintreten würde. Spätere Untersuchungen zeigten jedoch, dass angesichts der bereits sehr hohen Verkehrsbelastung auf der B 30 lediglich geringe Minderungen zu erwarten sind. Im Jahr 2023 bestätigte sich, dass die Elektrifizierung der Südbahn praktisch keine nennenswerte Reduzierung des Straßenverkehrs auf der B 30 bewirkt hat. Es spricht vieles dafür, dass Fahrgastzuwächse auf der Schiene überwiegend auf Neuverkehre infolge eines ausgeweiteten Angebots zurückzuführen sind.

 

Weitere Informationen
Verkehrsstudie Ost des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben
Elektrifizierung der Südbahn

 


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Letzte Aktualisierung: 31. Jan. 2026
Seite erstellt am: 25. Nov. 2009



Zeit zu handeln

Im ländlichen Raum fordern Bewohnerinnen und Bewohner eine respektvolle und ernste Verkehrspolitik. Eine Ungleichbehandlung gegenüber Städten muss abgebaut werden.

Im Ländlichen Raum orientiert sich eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik am tatsächlichen Bedarf. Staus und Unfallschwerpunkte müssen beseitigt werden.

Die Ungleichbehandlung zwischen Ost und West, Nord und Süd, Stadt und Land, Autobahn und Bundesstraße muss beendet werden.

Zukunft fördern

Die „Initiative B30“ setzt sich für nachhaltige Verbesserungen an der Bundesstraße 30 von Baindt bis Biberach an der Riß in Oberschwaben ein. Unser Ziel: Eine sichere, leistungsfähige und zukunftsfähige Infrastruktur, die Mobilität und Lebensqualität stärkt, Städte und Wirtschaftsstandorte verbindet und die Region nach vorne bringt.

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