Südbahn


BVU Untersuchung zur Südbahn
BVU-Untersuchung zur Südbahn
(PDF 2,55 MB)

Lange hat die Region südlich der Alb auf die Elektrifizierung der Südbahn gewartet. Nun soll sie kommen. Mit ihr die Hoffnung, dass der Verkehr von der Straße abgezogen und auf die Schiene verlagert wird (wissenschaftlich: modal verlagert). Kritiker argumentieren, dass dann keinen Ausbau der B 30 zwischen Baindt und Biberach/Riß mehr notwendig sei.

 
Die BVU-Untersuchung "Bewertung von Investitionen deutscher Eisenbahnstrecken im Zulauf der NEAT" kommt zum Schluss, dass durch die Elektrifizierung der Südbahn es zu einer Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) in einer Größenordnung von 41 Millionen Pkw-km pro Jahr kommen kann. Das bedeutet, dass Verkehr von der Straße abgezogen und auf die Schiene verlegt wird. 41 Millionen Pkw-km hört sich offensichtlich nach viel an.

 
Dies betrifft die komplette B 30, die B 31 von Friedrichshafen bis Lindau sowie weitere Straßen des weiter untergeordneten Netzes.

 
Mit Stand 2010 wurden allerdings alleine über die B 30 jährlich rund 687,8 Millionen Pkw-km abgewickelt. Das entspricht dem 16,8-fachen.

 
Würde die Minderung dennoch 1:1 übertragen, so ergäbe dies eine Minderung von 6,0% auf der B 30. Vorausgesetzt, dass entlang der Südbahn alle Güterbahnhöfe wieder eröffnet werden und diese rege genutzt werden, könnte der Straßengüterverkehr auf der B 30 um bis zu 540 Fahrzeuge pro Tag abnehmen. Dies entspräche nur einem Teil der Gesamtbelastung. Eine Verlagerung des Güterverkehrs ist nach aktuellem Stand allerdings eher unwahrscheinlich. Viele Güterbahnhöfe in der Region - sowie der Südbahn - wurden inzwischen geschlossen. Die Bahnhofsareale werden inzwischen zum Teil anderweitig genutzt.

 
Fakt ist, eine Minderung des Straßengüterverkehrs um 10% entspricht einer Zunahme des Schienengüterverkehrs um 40%. Die Elektrifizierung der Südbahn ist zwar erfreulich und wird kurzfristig zumindest eine teilweise leichte Entlastung der B 30 bewirken. Es ist aber zu erwarten, dass der Verkehr dennoch weiter steigt und die Minderung bald wieder ausgeglichen ist.

 
1980 war es der Bau der A 7 und A 96, durch die argumentiert wurde, dass dann ein Ausbau der B 30 zwischen Baindt und Biberach/Riß überflüssig sei. Heute ist es die Elektrifizierung der Südbahn. Sieht man genau hin, wird klar, dass beide Argumente nicht haltbar sind.

 

Weitere Informationen
Mögliche Verkehrsminderung auf der B 30 durch die Elektrifizierung der Südbahn
BVU: Bewertung von Investitionen deutscher Eisenbahnstrecken im Zulauf der NEAT

 


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