Schäden in den Orten


Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

 

Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

 

Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

Ortsdurchfahrt Gaisbeuren

 

Ortsmitte Gaisbeuren

Ortsmitte Gaisbeuren

 

Ortsmitte Enzisreute

Ortsmitte Enzisreute

 

Ortsdurchfahrt Enzisreute

Ortsdurchfahrt Enzisreute

 

Abriss der Schule in Gaisbeuren
Abriss der Schule in Gaisbeuren

Die Orte an der B 30 haben in ihrer Geschichte mehr erlebt, als viele andere Orte. Waren es früher Kriege mit Plünderungen und weiteren Unannehmlichkeiten, so erleben die Orte heute Verkehrsaufkommen, die anderenorts nie erreicht wurden und in den meisten Fällen auch nie erreicht werden. Die Probleme konzentrieren sich auf das Aussterben der Ortskerne, Verlärmung, Trennwirkung, Gettobildung und der Unbewohnbarkeit, sowie dem Wertverlust von Immobilien.

 

Betroffene Orte

Gaisbeuren und Enzisreute sind heute die letzten beiden "echten" Ortsdurchfahrten der B 30 zwischen Ravensburg und Ulm. Direkt betroffen sind daneben Mattenhaus, Schellenberg, Englerts, Hebershaus und Oberessendorf.

 

Fehlentscheidungen über 50 Jahre führten zur heutigen Situation

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde nur auf dem heutigen Gemeindegebiet von Bad Waldsee die B 30 durch die Orte verbreitet. Anderenorts wurde hingegen um die Orte gebaut. Die Ortsumgehungen Enzisreute und Gaisbeuren wurden zwar 1958 beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt.

 

Zeitzeugen berichten:
H. Rößler, Vermessungstechniker beim Ausbau der Ortsdurchfahrten Enzisreute und Gaisbeuren:

"Wir haben uns alle gewundert, warum man bei diesem Ausbau in den Orten Gebäude abreißt und bei einem solchen Aufwand nicht gleich außen herum baut. Aber wir durften nichts sagen... Bei Oberessendorf mündete die alte Straße auf den Kirchplatz, da haben wir außen herum gebaut, auch bei Hochdorf, Schweinhausen, Appendorf und Rißegg. Nur auf der Gemarkung von Bad Waldsee nicht. Niemand hat verstanden, was sich die Ingenieure dabei gedacht haben."

 

Situation heute

Enzisreute und Gaisbeuren sind mit Stand 2010 mit 21.300 Kraftfahrzeuge und einem Schwerverkehr von rund 1.600 schwere Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen pro Tag nachweislich eine der am stärksten belasteten Ortsdurchfahrten im Bundesgebiet. Das für Ortsdurchfahrten von Bundesstraßen herausragende Verkehrsaufkommen und besondere der für eine Bundesstraße sehr hohe Schwerverkehr überschreiten die Grenze des zumutbaren.

 

Belastungen und Auswirkungen

Der Lärmaktionsplan Bad Waldsee (Büro Dr. Brenner, 2013) belegt, Enzisreute wird komplett und Gaisbeuren zu großen Teilen verlärmt. Von Mattenhaus, Englerts, Hebershaus und Oberessendorf liegen ähnliche Zahlen aus der Umgebungslärmkartierung der LUBW vor. Die erhebliche Lärmbelastung führt zu einer Gettobildung. Wer es sich leisten kann zieht weg. Zurück bleiben vor allem Alte, Kranke, Sozialschwache und Hausbesitzer. Die Immobilien verzeichnen einen hohen Wertverlust. Die Bewohner sind erheblichen Umweltbelastungen durch Lärm und Schadstoffe ausgesetzt. Hinzu kommt eine enorme Trennwirkung, die nicht nur die direkten Anwohner betrifft.

 

Wie es anders sein könnte und die tatsächliche Situation

Während anderenorts im ländlichen Raum in der Ortsmitte Pflaster um Brunnen in verkehrsberuhigten Bereichen angelegt sind, Blumen und Bäume die Ortsmitte verschönern, Kinder spielen, eine ruhige Ortsmitte auch mit Geschäften und einer angenehmen Atmosphäre einlädt, sind in Enzisreute und Gaisbeuren bis auf das Gasthaus, die Kirche und die Bundesstraße die Ortskerne verschwunden.

In Gaisbeuren wurde die erste Baureihe entlang der Bundesstraße inkusive Rathaus und Schule inzwischen fast vollständig abgebrochen. Die Ortschaftsverwaltung in Gaisbeuren wurde außerhalb des historischen Ortskerns verlegt. Die Ortsmitten sind so unattraktiv, dass sie gemieden werden. Durch die Trennwirkung zerfallen die Orte in zwei Teile. Die Ortsdurchfahrten sind ausschließlich für den Durchgangsverkehr ausgelegt, verfügen über angeschrägte Kurven, eine möglichst geradlinige Trassierung und die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 60 km/h heraufgesetzt.

In Mattenhaus, Schellenberg, Englerts und Hebershaus wurde die Geschwindigkeitsbegrenzung inzwischen sogar aufgehoben. In Oberessendorf beträgt die Höchstgeschwindigkeit 70 km/h. Dies führt in den Orten zu zusätzlichen Gefahren, vor allem für schwächere Verkehrsteilnehmer.

Bereits in den 70er Jahren bemängelte der Ortschaftsrat Gaisbeuren, dass die Osterkerne zerstört wurden.

 

Weitere Informationen
Abriss von Gebäuden
Lärm

 


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