Zentrale Orte


Oberzentren in Deutschland

Oberzentren in Deutschland

 

Autobahndichte in Deutschland

Autobahndichte in Deutschland

 

Autobahnen in Baden-Württemberg

Autobahnen in Baden-Württemberg

 

Fehlende oberzentrale Verbindungen

Fehlende leistungsfähige
oberzentrale Verbindungen

 

Zentrale Orte

Zentrale Orte in Oberschwaben

 

Alle Landeshauptstädte sind Oberzentren. In Deutschland sind Oberzentren die Städte mit höchster Bedeutung. Oberzentren haben gemein, dass sie spezialisierte Infrastruktur für das Umland bereithalten. Zur Zeit gibt es in Deutschland 107 Oberzentren.

 
Oberzentren sind Orte, in denen Verwaltungs-, Dienstleistungs-, Verkehrs-, Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftsfunktionen für ein Umland konzentriert sind. Hierzu zählen unter anderem Hochschulen, Fachkliniken, spezialisierte Einkaufsmöglichkeiten, Stadien, umfassende Industrie- und Gewerbeansiedlungen, aber auch Flughäfen, große Bahnhöfe, Güterverkehrszentren und Messen. Aufgrund dieser Konzentration nehmen Oberzentren eine bedeutende Stellung für das Umland ein.

 
Oberzentren können sich sowohl innerhalb, als auch außerhalb von Metropolregionen befinden. Als Oberzentrum können sowohl einzelne Städte, wie auch Städteverbünde ausgewiesen werden. Neben Oberzentren (in der Regel rund 100.000 Einwohner) gibt es nach der Hierarchie im System der zentralen Orte auch Mittelzentren (rund 20.000 Einwohner), Unterzentren (rund 10.000 Einwohner) und Kleinzentren (rund 8.000 Einwohner).

 
Grundnetz der Bundesfernstraßen

Aufgrund ihrer Bedeutung und "Anziehungskraft" benötigen Oberzentren eine gute und leistungsfähige Verkehrsanbindung und werden in der Regel mit Autobahnen oder autobahnähnlichen Bundesstraßen verbunden. Das ist heute fast überall in Deutschland der Fall. Sogenannte "oberzentrale Straßenverbindungen" bilden zusammen mit den Verbindungen zwischen Metropolen - als wichtigste Hauptachsen - das Grundnetz im Straßennetz. Diese Straßen sind das Rückgrat im Straßennetz und in der Regel miteinander vernetzt, um in der Regel leistungsfähige Fernverbindungen auch für den internationalen Verkehr zu bilden.

 
Das Grundnetz der Bundesfernstraßen hat in Deutschland einen hohen Stand erreicht und wird inzwischen von einigen politischen Parteien als vollendet angesehen. Allerdings bestehen weiterhin Lücken in diesem Netz - vor allem in den alten Bundesländern. Heute ist nur noch in einer Region in Deutschland das leistungsfähige Straßennetz so lückenhaft, dass es praktisch nicht existiert. Dies ist der Regierungsbezirk Tübingen, durch den die B 30 verläuft.

 
Situation im Regierungsbezirk Tübingen

In keiner anderen Region in Deutschland ist die Situation dramatischer, als im Regierungsbezirk Tübingen. Inzwischen hat selbst die EU festgestellt, dass der Regierungsbezirk Tübingen das schlechteste Autobahnnetz in Deutschland hat. Bemessen an der Fläche und den Einwohnern steht der Regierungsbezirk Tübingen im europäischen Vergleich auf der gleichen Stufe wie Ostrumänien. Dies sagt zwar noch nichts über die Ersatzverbindungen aus, aber auch diese befinden sich in keinem besseren Zustand. Entsprechend schlecht sind die Verbindungen.

 
Im Regierungsbezirk Tübingen werden die drei Oberzentren
 
- Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten,
- Reutlingen/Tübingen und
- Ulm/Neu-Ulm
 
untereinander ausschließlich durch nicht ausgebaute Bundesstraßen verbunden. Die Verbindung über den Bezirk hinaus - der Oberzentren Ulm/Neu-Ulm mit Villingen-Schwenningen, Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten mit Konstanz und Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten mit Bregenz in Österreich erfolgt ebenfalls durch nicht ausgebaute Bundesstraßen. Lediglich die Verbindungen von Reutlingen/Tübingen mit Stuttgart (im Regierungsbezirk Stuttgart) über die B 27 sowie Ulm/Neu-Ulm mit Stuttgart über die A 8 erfolgen mit leistungsfähigen Bundesfernstraßen. Wobei die Oberzentren Reutlingen/Tübingen sowie Ulm/Neu-Ulm am Rande des Regierungsbezirks Tübingen mit dem Regierungsbezirk Stuttgart liegen.
 
Quer durch den Regierungsbezirk Tübingen führt keine einzige durchgängige leistungsfähige Bundesfernstraße. Autobahnen verlaufen ausschließlich auf kurzen Abschnitten am Rande des Regierungsbezirks. Autobahnähnliche Bundesstraßen sind nur abschnittsweise und dort nur lückenhaft vorhanden und bilden keine einzige durchgängige leistungsfähige Verbindung.

 
Verbindung zum Oberzentrum Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten

Das Oberzentrum Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten ist ausschließlich über nicht ausgebaute Bundesstraßen mit Ortsdurchfahrten zu erreichen. In keiner anderen Region in Deutschland fehlen so viele leistungsfähige Verbindungen zu einem Oberzentrum, wie zu Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten.


Zusammenfassung

Zusammengefasst ist festzustellen, dass es innerhalb des Regierungsbezirks Tübingen keine leistungsfähigen Straßenverbindungen zwischen den Oberzentren gibt, was ebenfalls auf über die Hälfte der Verbindungen über den Bezirk hinaus gilt. Damit fehlen im Regierungsbezirk Tübingen alle leistungsfähigen Verbindungen zwischen den Oberzentren. Da es auch keine leistungsfähige Verbindung gibt, die durch den Bezirk führt, statt nur am Rande, ist im Ganzen das leistungsfähige Grundnetz im Regierungsbezirk Tübingen - als einzige Region in Deutschland - als fehlend zu bezeichnen.

 
Dabei konzentrieren sich die größten Probleme auf die nicht ausgebauten Abschnitte mit Ortsdurchfahrten der B 27 von Balingen bis Tübingen, der B 30 von Ulm bis Friedrichshafen und der B 31 von Überlingen bis Lindau. Darüber hinaus verläuft die A 8 durch den Bezirk, die allerdings bereits grundsätzlich leistungsfähig ausgebaut ist. die A 8 ist inzwischen bis weit über das Land hinaus für Staus und Unfälle bekannt. Ursächlich ist das für einen 4-streifigen Ausbau zu hohe Verkehrsaufkommen. Die A 8 soll deshalb bis 2015 6-streifig ausgebaut werden.

 

B 30 ist die Nord-Süd Hauptverbindung

Die B 30 ist die Hautverbindung des Oberzentrums Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten mit den Oberzentren Ulm und Neu-Ulm, wobei es sich bei Ulm und Neu-Ulm um eines der wenigen Doppelzentren in Deutschland handelt. Als oberzentrale Verbindung dient die B 30 nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung dem großräumigen Verkehr und steht damit über regionalen Achsen.

 
Wie an einer Perlenschnur reihen sich an der B 30 die zentralen Orte in einer Konzentration, wie sie nicht einmal auf der A 7 von Ulm bis Memmingen und der A 96 von Memmingen bis Lindau erreicht wird. Die B 30 verbindet zwei Oberzentren, bindet dabei drei Oberzentren und drei Mittelzentren an. Nach den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung verbindet sie zwei Oberzentren und bindet sechs Mittelzentren an. Der Einzugsbereich der rund 102 km langen Bundesstraße umfasst mit Stand 2008 rund 848.050 Einwohner.

 

Die B 30 nimmt den kompletten Verkehr der aufgegebenen A 89 (Ulm - Friedrichshafen) auf, zudem nimmt sie einen Teil des Verkehrs der ebenfalls aufgegeben A 85 (Ravensburg - Stuttgart) auf und bildet zusammen mit der A 8 die Hauptachse der Landkreise Ravensburg und Biberach mit der Metropolregion Stuttgart.

 

Über die B 30 laufen mehrere oberzentrale Doppelrelationen. So laufen über den Abschnitt Weingarten-Ravensburg die Relationen Tübingen/Reutlingen - Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten und Ulm/Neu-Ulm - Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten. Mit dem beabsichtigten Bau der Querspange der B 311 von Erbach zur B 30 bei Dellmensingen werden in naher Zukunft auf dem Abschnitt Ulm - Dellmensingen darüber hinaus die Relationen Ulm/Neu-Ulm - Friedrichshafen/Ravensburg/Weingarten und Ulm/Neu-Ulm - Villingen-Schwenningen laufen.

 

Weitere Informationen
Nachweis der B 30 als Hauptachse
Fehlende leistungsfähige oberzentrale Verbindungen in Deutschland
Landesentwicklungsplan 2002 für Baden-Württemberg

 


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