23. Meinung: "Die Tunnellösung hat das höchste Nutzen-Kosten-Verhältnis."


Klarstellung
Die B 30 bei Enzisreute und Gaisbeuren befindet sich im Bundesverkehrswegeplan 2003 im "Weiteren Bedarf". Projekte im "Weiteren Bedarf" dürfen nicht geplant und nicht gebaut werden. Die Ortsumgehungen von Enzisreute und Gaisbeuren sind zurzeit ohne Planung. Erst mit einer Aufstufung in den "Vordringlichen Bedarf" wird Planungsrecht erlangt. Dann folgt im ersten Schritt der Planung, der sogenannten Vorplanung, eine Trassenuntersuchung. Hierbei werden unter anderem erste geologische Gutachten eingeholt und Kosten berechnet. Es kann also zurzeit weder eine Aussage darüber getroffen werden welche Trasse gebaut wird, noch wie viel diese konkret kosten wird.

Im Rahmen der Fortschreibung der Bundesverkehrswegepläne liegen in der Regel zu zahlreichen Projekten - auch zur B 30 bei Enzisreute und Gaisbeuren - keine Gutachten und auch keine erste Planungen vor. Aus diesem Grund erfolgt hierbei bei der Berechnung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses lediglich eine Abschätzung der Baukosten.

Das höchste Nutzen-Kosten-Verhältnis kann nicht mit der Tunnellösung erreicht werden. Der Bau von einem Kilometer Tunnel kostet mit Stand 2009 im Durchschnitt rund 42 Millionen Euro. Eine Überdeckelung mit einer Lärmschutzdecke kostet zwischen 36 und 38 Millionen Euro pro Kilometer. Talbrücken kosten um die 25 bis 35 Millionen Euro pro Kilometer und der Ausbau über freies Feld kostet zwischen 5 bis 10 Millionen Euro pro Kilometer. Die Tunnellösung ist also die teuerste Lösung. Je höher die Kosten steigen, desto niedriger fällt das Nutzen-Kosten-Verhältnis aus. Deshalb wird mit der Tunnellösung das niedrigste Nutzen-Kosten-Verhältnis erreicht.

Ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis wird nur für die Anmeldung in den Bundesverkehrswegeplan benötigt, um die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen und eine möglichst gute Einstufung zu erreichen. Mit dem Bundesverkehrswegeplan 2015 wird es voraussichtlich nur noch im Einzelfall Aufstufungen in den "Vordringlichen Bedarf" geben.

 

Nachweis
Verkehrsinvestitionsbericht 2010 (für das Berichtsjahr 2009)
Verkehrsinvestitionsbericht 2011 (für das Berichtsjahr 2010)
Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans bis 2015
 
Fragen beantwortet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur:
(0 30) 1 83 00 - 30 60