28. Meinung: "Eine Ortsumgehung für Gaisbeuren hat keinen Nutzen."


Klarstellung
Im Rahmen der Projektanmeldung für den Bundesverkehrswegeplan 2015 hat die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg von führenden Verkehrswissenschaftlern ein Gutachten zur Machbarkeit und Wirksamkeit von Zwischenlösungen für einige wenige ausgesuchte Projekte im Land erstellen lassen. Insgesamt werden 22 Bundesstraßenprojekte untersucht.
 
Das Gutachten trägt den Titel “Bundesverkehrswegeplan 2015 Machbarkeit und Wirksamkeit von Zwischenlösungen" und wurde von Brilon, Bondzio, Weiser Ingenieursgesellschaft für Verkehrswesen mbH in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Verkehrswesen der Ruhr-Universität Bochum erstellt. Das Gutachten hat rund 50.000 Euro gekostet.
 
Unter anderem wurde die B 30 von nördlich von Baindt bis nach Biberach/Riß untersucht und mit Mithilfe teils unrealistischen Annehmen einem Stresstest unterzogen. So wird der gesamte Streckenabschnitt von Baindt bis nach Biberach/Riß als ortsdurchfahrtsfrei unterstellt, sowie davon ausgegangen, dass ein durchgängig 3-streifiger Ausbau ohne Unterbrechungen möglich ist. Die aktuellen örtlichen Gegebenheiten, die Trassierung, Ortsdurchfahrten usw. werden nicht berücksichtigt.
 
Mit dem Gutachten sollte der Beweis erbracht werden, dass an der B 30 von nördlich von Baindt bis nach Biberach kein Ausbaubedarf besteht, der eine Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan 2015 rechtfertigt.

Die Gutachter und Verkehrswissenschaftler kamen u.a. zu folgendem Ergebnis:
 
Kapazität nicht ausreichend

Auf folgenden Abschnitten ist die Kapazität der B 30 nicht ausreichend. Das heißt, die entsprechenden Streckenabschnitte sind überlastet und besonders stauanfällig. Im Jahr 2030 sei selbst bei einem durchgängig 3-streifigen Ausbau noch mit massiven Verkehrsstörungen zu rechnen. Innerörtliche Streckenabschnitte - wo der Verkehr noch schlechter läuft - wurden im Rahmen des Gutachtens nicht berücksichtigt. Dennoch kamen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass für folgende Streckenabschnitte alleine aus verkehrlichen Gründen ein 4-streifiger Aus- und abschnittsweiser Neubau dringend erforderlich ist:
 

  • B 30 Ortsumgehung Gaisbeuren (von Bad Waldsee-Süd bis südlich Gaisbeuren)
  • B 30 Ortsumgehung Enzisreute (von südlich Gaisbeuren bis zum Beginn der Ausbaustrecke nördlich von Baindt)
  • B 30 Biberach (Jordanbad) - Hochdorf

 
Lärmaktionsplan Bad Waldsee
Davon abgesehen weist u.a. der Lärmaktionsplan der Stadt Bad Waldsee nach, dass in Gaisbeuren massive Lärmbelästigungen vorliegen. Mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner sind vom Verkehrslärm der bestehenden B 30 betroffen. Im Rahmen des Lärmaktionsplan wird festgestellt, dass eine Umgehung oder Untertunnelung zu einer erheblichen Verbesserung führen wird.

 
Verkehrsentwicklungsplan Bad Waldsee
Der Verkehrsentwicklungsplan Bad Waldsee weist Ausweichverkehr von der B 30 auf parallele Strecken nach. Ursache sind die häufigen Staus auf der B 30. Betroffen ist vor allem die Kreisstraße von Bad Waldsee nach Reute. Dort werden die Bewohnerinnen und Bewohner unnötigerweise vom Ausweichverkehr belästigt. Mit der Verwirklichung einer Ortsumgehung für Gaisbeuren wird dieser Ausweichverkehr von den Nebenstrecken abgezogen und damit auch die Orte auf den Ausweichrouten entlastet.